Monatsarchiv für Juni 2009

So texten Sie bessere Anzeigen für Google AdWords

Robin Heintze 30. Juni 2009

In einem neuen Video gibt Google Tipps, wie man seine Anzeigenqualität und die Landingpage verbessert. Hierbei handelt es sich allerdings lediglich um absolute Grundlagen. Allerdings nett in Szene gesetzt und auch als kurze Erläuterungen für AdWords Neulinge geeignet. Auf der Seite von AdWords erfährt man noch 2-3 ergänzende Tipps.

Fortgeschrittene Tipps, die wirklich zum Nachdenken anregen, gibts in diesem Auszug aus “AdWords for Dummies” von Howie Jacobson. Er wird Ihnen auch als Speaker bei den AdWords Days im September in Köln sein Wissen preisgeben. Details zum Programm hier.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein Treffen mit Howie immer ein absoluter Gewinn ist. Nicht nur, weil er wirklich ein unglaubliches AdWords und Direkt-Marketing know-how hat. Er hat mir auch immer sehr praktische Tipps verraten, die meine Kampagnen z. T. deutlich verbessert oder vereinfacht haben. Dabei ist er auch noch sehr unterhaltsam und witzig.

Über sein musikalisches Talent kann man allerdings streiten:

Achtung: In diesen 32 Ländern werden Ihre Keywords auf Marken überprüft!

Sascha Klapetz 29. Juni 2009

In der AdWords-Hilfe findet sich eine lange Liste mit den Ländern, in denen Google NICHT die Verwendung von Marken als Keywords überprüft. Viel wichtiger aber: In welchen Ländern werden dann Ihre Keywords auf Marken überprüft.

Hier sind die 32 Länder, in denen Google die Verwendung von Marken als Keywords überprüft:

Australien, Belgien, Brasilien, Bulgarien, China, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Litauen, Luxemburg, Macau, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Südkorea, Taiwan, Tschechische Republik, Island, Ungarn, Zypern.

Deutschland ist also  auch dabei. Sie sollten also von der Verwendung von Marken als Keywords absehen, sofern Sie nicht Rechteinhaber der Marke sind.

Neuer Google-Blog: Conversion Room

Robin Heintze 26. Juni 2009

Seit ein paar Tagen hat Google auch in Deutschland einen neuen Blog mit hoffentlich hilfreichen Tipps und Tricks zu AdWords. Im Conversion Room will Google den Nutzern helfen, bessere Conversion-Raten und mehr Umsatz zu generieren. Die ersten Posts behandeln hierbei das Conversion-Optimierungstool und Google Analytics.

Wie häufig scheint die englische Version umfangreicher und detailierter zu sein, aber ich bin gespannt, wie hilfreich die Tipps sein werden. Vermutlich aber wird es wie auch beim Inside AdWords Blog nur praktische Tipps in der Anwendung geben, aber natürlich keine Geheimnisse.

Googles Türsteher: Ausschließende Keywords

Sascha Klapetz 25. Juni 2009

Kennen Sie schon den Türsteher von Google AdWords? Er hört auf den Namen „Ausschließende Keywords“. Jedes Keyword, das auf seiner Liste steht, führt dazu, dass der Nutzer draußen bleiben muss - im Klartext: Ihre Anzeige wird nicht geschaltet!

Das hört sich erst mal schlecht an, denn je mehr Nutzer Ihre Anzeige sehen, umso mehr klicken, umso mehr kaufen und umso mehr Umsatz. Falsch! Denn Nutzer sind nicht gleich Nutzer: Manche haben eine hohe Conversionsrate, manche eine niedrige und manche eine von Null. Letztere beide sollten Sie unter Umständen ausschließen, um den Return on Invest (ROI) Ihrer Kampagnen zu erhöhen.

Doch was hat jetzt das Ausschließen von Nutzern mit Ausschließenden Keywords zu tun. Die Nutzer lassen sich über die verschiedenen Keywords oder Anzeigengruppen Ihrer Kampagne segmentieren. Daraus folgt, wenn Sie bestimmte Keywords ausschließen, schließen Sie auch bestimmte Nutzer aus.

Sie können ausschließende Keywords auf Ebene der Kampagne oder der Anzeigengruppe definieren. Auf Kampagnenebene machen Sie das unter dem Punkt “Keine ausschließenden Keywords für die Kampagne : Hinzufügen”. Sind Sie in einer Anzeigengruppe fügen Sie Ausschließende Keywords hinzu, indem Sie unter “Schnelles Hinzufügen” oder “Keywords bearbeiten” das Keyword mit vorangehenden negativen Vorzeichen (-) eintragen, z.B. “-gratis”.

Eine sehr gute Liste an verschiedenen Keywords für B2B gibt’s auf netlupe.de.

Anzahl der Keywords pro Anzeigengruppe

Robin Heintze 18. Juni 2009

„Viel bringt viel!“ Diesen Satz hat wohl jeder von uns schon in einer absolut unpassenden Situation zu hören bekommen. Ich persönlich verbinde ihn mit einem Fußballtrainer aus meiner Jugend. Vermutlich war ich ca. 12 Jahre alt und unsere halbwegs begabte Mannschaft hatte einen Coach „der alten Schule“. Helmut, von uns eigentlich nur „Trainer“ genannt, war der festen Überzeugung, dass es eine gute Idee ist, 12-jährigen Jungs den Spaß am Fußball durch extensive Waldläufe zu verderben. Und falls jemand doch daran Gefallen fand, wusste Helmut auch dagegen ein Mittel. Situps und Liegestütze. Denn viel bringt ja bekanntlich viel.

Die heutige Trainingslehre ist da ein Schritt weiter. Die Arbeit mit dem Ball und die Verbesserung einzelner Fähigkeiten im spielerischen Umgang bringt gute Fußballer hervor.
Warum ich den Schwank aus meiner Kindheit in einem AdWords-Blog erzähle? Natürlich weil ein Gleichnis Dinge so schön veranschaulicht (die Idee mit dem Gleichnis stammt übrigens nicht von mir).

Denn ich habe das Gefühl, dass Helmut inzwischen die Branche gewechselt hat und sich etwas als AdWords-Berater dazu verdient. Vorgestern bat mich ein Geschäftsfreund, doch mal einen Blick auf seine AdWords-Kampagne zu werfen, da er damit nicht so richtig vorwärts kommt. Den Gefallen habe ich ihm gerne getan und musste sofort an Helmut denken. Ich fand ca. 30 Anzeigengruppen mit tausenden von Keywords in sämtlichen denkbaren Kombinationen und in jedem Match-Type. Die Kampagne lief mit regelmäßigen Anpassungen der Gebote und auch ein paar Anzeigen und Landingpage-Tests so schon seit gut 6 Monaten. Einige der Keywords wiesen auch recht gute Ergebnisse aus, aber der Großteil war über den gesamten Zeitraum nur sporadisch mit Impressions, Klicks und Conversions bedacht worden.

Mein Geschäftsfreund begründete dieses Vorgehen damit, dass er gehört habe, man solle so viele Keywords wie möglich nutzen und dabei insbesondere den Longtail nicht vernachlässigen, da hier in der Masse quasi der Goldtopf am Ende des Regenbogens warte. Hab ich auch schon gehört. Mehrfach. Und ausprobiert habe ich es auch. Mehrfach. Aber der große Erfolg wollte sich nicht einstellen. Gerne lasse ich mich noch eines besseren belehren, aber meiner Meinung nach führt die Strategie, wenn man sie so wie im Beispiel aufsetzt und einfach laufen lässt, zu einem gigantischen Keyword-Friedhof.

Zu viele Keywords machen nach meiner Erfahrung die Kampagnen unübersichtlich und schwierig zu steuern. Im ersten Schritt mag es noch OK sein, wenn möglichst viele Keywords in eine Anzeigengruppe gepackt werden. Aber sehr schnell müssen dann die Rosinen rausgepickt werden. Die, bei denen auch wirklich was passiert. Ich halte es für viel effizienter, eine kleine Anzahl von spezifischen Keywords pro Anzeigengruppe zu verwenden. Dort kann dann sehr genau gesteuert werden: Begonnen beim Bidmanagement, über den Anzeigentext bis hin zur optimierten Landingpage. Alles genau auf die Suchanfrage des Nutzers abgestimmt.

Schließlich gilt bei SEM-Maßnahmen wenigstens die 80/20-Regel: 20% der Keywords bringen 80% des Traffics und der Conversions. Häufig liegt das Verhältnis sogar noch höher bei über 90%. Dass diese Vorgehensweise nur bei spezifischen Kampagnen vom Aufwand her machbar und überschaubar ist, ist nachvollziehbar. Und natürlich verschwenden sie evtl. etwas Potential, wenn Sie wie ich es bei meinem Freund gemacht habe, einen Großteil der Keywords eliminieren. Aber Ihre Kampagne wird dadurch schlanker, überschaubarer und besser steuerbar. Und darum geht es doch in erster Linie.

Ich bin gespannt, wie sie sich jetzt weiter entwickelt. Meine Prognose: Impressions und Klicks werden geringfügig weniger, Conversions bleiben im ersten Schritt gleich und Kosten sinken leicht. Aber in Kürze werden die Kosten je Conversion sinken, die Anzahl der Conversions und auch der Quality-Score steigen und die Kampagne rentabler. Warum ich das glaube? Weil der Kampagnenmanager durch die neu gewonnene Übersicht mehr Freude an der Kampagne hat, intensiver an den wirklichen Stellschrauben arbeiten wird, mehr testet und dadurch erfolgreicher wird. Wie beim Fußballtraining.

Ich halte Sie auf dem Laufenden.

Zusammenfassung für Eilige:

  • Kampagne gerne im ersten Schritt groß aufbauen
  • Aber: Weniger kann dann oft mehr sein
  • Reduzierung auf die wesentlichen Keywords
  • Kampagnen übersichtlich gestalten
  • Optimierung auf die wichtigen Keywords

Ziel: Gute Platzierung, hoher Quality-Score, niedrige Kosten, gleiche Conversions

Eine Lanze brechen für das Content-Werbenetzwerk

Sascha Klapetz 17. Juni 2009

Ich höre es (leider) noch oft: „Über das Content-Werbenetzwerk kommt nur Schrott. Das haben wir abgeschaltet.“ Oft wird das Content-Werbenetzwerk meines Erachtens vorschnell verurteilt. Grund: Nicht nur die Click-Through-Rate (CTR) ist deutlich geringer als bei der Google-Suche und dem Such-Werbenetzwerk, sondern meistens auch die Conversionsrate.

Das will ich auch nicht abstreiten. Aber: Nur weil die Conversionsrate geringer ist, heißt das nicht gleich, dass auch die Kosten pro Conversion höher sind! Denn erfahrungsgemäß lassen sich Besucher über das Content-Werbenetzwerk deutlich billiger einkaufen.

Das kommt natürlich immer auf die Kampagne an, aber testen sollten Sie das Content-Werbenetzwerk auf jeden Fall. Und vor allem den Erfolg der Kampagne anhand der richtigen Kennzahlen z.B. den Kosten pro Conversion oder besser noch dem resultierenden Umsatz beurteilen.

Google bricht ebenfalls eine Lanze für das Content-Werbenetzwerk (klar, die wollen auch nur mehr Geld verdienen) und hat in einer Studie herausgefunden, dass die Kosten pro Conversion in allen 3 Kanälen relativ identisch sind. Die Studie weißt zwar auf die ca. 28 % geringere Conversionsrate im Content-Werbenetzwerk hin, aber auch auf einen ebenfalls ca. 28 % niedrigeren durchschnittlichen Cost per Click (CPC) in diesem Kanal.

Zudem verschenken Sie womöglich unheimlich viel Potenzial, wenn Sie das Content-Werbenetzwerk kategorisch in Ihren Kampagnen ausschließen. Denn durch alleinige Zuschaltung dieses Kanals können Sie die Conversions nicht selten verdoppeln bis vervierfachen.

Ein Keyword pro Landingpage VS. Mehrere Keywords pro Landingpage: FIGHT!

Sascha Klapetz 14. Juni 2009

Auf der amerikanischen Webseite Search Engine Guide hat der Artikel „How many search keywords can I target per page?“ von Mike Moran zu Kontroversen in den Kommentaren geführt. Mike ist auf dem Standpunkt, dass man eine Landingpage nur auf ein Keyword hin optimieren sollte. Damit teilt er Google AdWords-Nutzer in 2 Lager: Das 1-Keyword-pro-Landingpage-Lager und das Mehrere-Keywords-pro-Landingpage-Lager!

Ich zähle mich, so wie der Artikel von Mike gemeint ist, zum ersten Lager.

Es ist durchaus sicherer, wenn man nur auf ein Keyword seine Landingpage hin optimiert. Sicher meint, dass die Erfolgschancen der Kampagne größer sind. Mike räumt aber ein: Es gibt erfolgreiche AdWords-Kampagnen, bei denen Landingpages auf mehrere Keywords hin optimiert sind. Das ist aber deutlich schwieriger als die 1. Variante. Daher meine Empfehlung an Sie: legen Sie für Ihre Traffic-starken Keywords eigene Landingpages an, welche speziell auf ein Keyword hin optimiert sind!

Das bedeutet übrigens nicht, dass Sie pro Anzeigengruppe wirklich nur ein Keyword verwenden dürfen. Mit „ein Keyword“ ist gemeint, das alle Keywords der Anzeigengruppe 1 oder mehrere identische Wörter beinhalten. Z.B.:

  • „Bier“
  • [Bier]
  • Bier trinken
  • „Bier kühlen“